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Fredenbecks Voltigierer steigen in die erste Liga auf

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Fahrkarte zur deutschen Meisterschaft ist sicher - Teilnahme an Europameisterschaften wird angepeilt.

Nach einem fulminanten Sieg beim Preis der Besten im Warendorfer Olympiazentrum ist die erste Voltigiermannschaft des Fredenbecker Reitvereins am kürzlich vom DOKR-Voltigierausschuss in den deutschen A-Kader berufen worden. "Jetzt spielen wir endgültig in der ersten Bundesliga mit", triumphierten die Akrobaten auf dem Pferderücken bei Sekt und Saft vor ihrer neuen Voltigierhalle im Geestdorf.

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Die Fredenbecker Voltigiergruppe ist der große Gewinner bei der erstmals in Warendorf ausgetragenen Sichtung der deutschen Seniorenteams für die Teilnahme an den Europameisterschaften im schwedischen Göteburg. Das Team aus dem Bereich des Pferdesportverbandes Hannover, das für die Wettkämpfe in Warendorf vom Landesverband nachnominiert wurde und mit einer Sondergenehmigung startete, überzeugte die internationale Jury, und turnte so erstmals an das bisherige Spitzenteam Norka des Voltigierverbandes Köln-Dünnwald vorbei. Die Hannoveraner, die vor zwei Wochen beim CVI im niederländischen Ermeloh noch auf Platz zwei standen, schoben sich diesmal souverän an die Voltigierer aus Köln-Dünnwald (Wetnote: 7, 949) vorbei. Die Fredenbecker Mannschaft, geleitet von Gesa Bührig, voltigierte mit dem Pferd Wizaro im Warendorfer Pferde-Leistungszentrum zu Platz zwei im Pflichtprogramm und überholte die Rheinländer im Anschluss mit zwei ersten Plätzen in den beiden Küraufgaben. Fredenbeck kam erstmals in der Totalen auf über acht Punkte. Der Fredenbecker Erfolg wurde nicht nur in Warendorf und bei den Fans im Geestdorf bejubelt. Das Ergebnis wurde am Sonntagnachmittag schnell auch bei einem hannoverschen Sichtungs-Turnier in Heideloh bei Bremen bekannt. Der dort ausgebrochene Jubel dort wurde den Fredenbeckern in Warendorf sofort über Whatsapp übermittelt.

Pech in Warendorf hatten die Mitglieder der Voltigiergruppe Neuss-Grimlinghausen, mit denen sich die Fredenbecker ebenfalls seit einigen Jahren spannende Wettkämpfe um die besten Plätze liefern. Die Europameister aus dem Jahr 2015, die diesmal mit einem sehr jungen Team am Start waren, musste in der Pflicht einen verletzungsbedingten Ausfall hinnehmen und traten dennoch in den Küren mit fünf anstatt mit sechs Voltigierern an und mussten aus diesem Grund in der Artistik-Note regelbedingt hohe Abzüge in der Endabrechnung hinnehmen.

Mit ihrem neuen Erfolg und den Aufstieg in den Voltigier-A-Kader haben sich die Fredenbecker "Kunstreiter", bestehend aus drei Damen und drei Herren, die Fahrkarte zur deutschen Voltigiermeisterschaft, die im August in der Verdener Niedersachsenhalle ausgetragen wird, gesichert. "Da sind wir nun gesetzt", hebt Team-Chefin Gesa Bührig hervor. Es bestehe auch noch eine hauchdünne Hoffnung, erstmals Deutschland bei der Europameisterschaft in der Nähe von Göteburg teilnehmen zu können. "Bei einem weiteren Sichtungsturnier im Krumke in Sachsen-Anhalt wird demnächst die Entscheidung fallen", erläuterte Gesa Bührig. Und das Team strebe weiterhin an, bei dem internationalen Turnier in Aachen, das ist der Traum vieler Voltigiergruppen im deutschen Spitzenfeld, teilzunehmen. "Um unsere Ziele zu erreichen müssen wir in den nächsten Wochen weiter trainieren, trainieren und trainieren, sowie die Teilnahme an Wettkämpfen gezielt aussuchen", so Bührig. "Vor uns liegt noch ein schwieriger Weg."

Erstmals hat die neue "Oberfrau" der Fredenbecker Voltigiergruppe, die elfjährige Mila Koböck, die bei den artistischen Übungen über den Köpfen der der Voltigierer "gewirbelt" wird, an einem so bedeutenden Turnier teilgenommen. "Das war aufregend und spannend, wenn auch sehr anstrengend", berichtet sie. Doch Angst habe sie bei den stürmischen Übungen nicht. "Stolz wie Oskar" sei die junge Sportlerin gewesen, dass sie zum Schluss der Kürübungen eine schwierige Stützakrobatik auf den Händen hoch über den Turnern auf dem schwingenden Pferderücken erstmals über vier Galoppsprüngen des Pferde ausgehalten habe, loben die Mitglieder der Voltigiergruppe. Beim Training zu Hause habe das noch nie so gut geklappt wie in Warendorf.

Während der Aufgaben beim Sichtungsturnier zeigte sich auch Voltigierpferd Wizaro, von den Akteuren liebenvoll Winni genannt, von seiner besten Seite. Er gab den Turnern auf dem Pferderücken viel Sicherheit. Nach der circensischen Küraufgabe im vergangenen Jahr, haben sich die Fredenbecker diesmal als Thema "Variete" ausgewählt und weiterentwickelt.

Von Hans-Lothar Kordländer

Zu dem Erfolgsteam gehören: Magdalena Holysz (28 Jahre alt), Wienke Rademaker (19), Mila Koböck (12), Tom Vollmer (21), Kevin Greiner (23) und Tim Andrich (19) sowie Trainerin und Logenführerin Gesa Bührig und Voltigierp